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Wildemann

Wildemann liegt als Bergstadt im Oberharz in dem engen Tal, in dem Innerste und Spiegeltal zusammentreffen. Fachwerkhäuser ziehen sich an den Hängen entlang; in der Ortsmitte stehen die Maria-Magdalenen-Bergkirche und das Besucherbergwerk 19-Lachter-Stollen. Diese Lage macht sichtbar, wie Bergbau, Wasserführung und Siedlung im Oberharz zusammenhängen. Wege führen vom Tal in die Seitentäler, über Hänge und in die Wälder der Umgebung.

Blick auf Wildemann Blick auf Wildemann Foto: © wikimedia.de / Varus111 / CC BY-SA3.0

Eine Bergstadt im Innerstetal

Die schmale Tallage prägt den Ortsplan: Häuser und Straßen folgen dem Verlauf der Innerste, während die Hänge schnell ansteigen. Der Ortsname geht auf die Sage vom Wilden Mann zurück, der im Innerstetal in der Nähe der Silbervorkommen gelebt haben soll. Die Geschichte gehört zur lokalen Überlieferung; historisch greifbar wird Wildemann vor allem durch die Entwicklung des Silberbergbaus und die Anlagen, die das Wasser aus den Gruben ableiteten.

Die Maria-Magdalenen-Bergkirche steht im Mittelpunkt des Ortsbildes. Ihre heutige Gestalt ist das dritte Kirchengebäude an diesem Standort: Ein älterer Bau wurde wegen Baufälligkeit ersetzt, ein späterer brannte bis auf die Mauern nieder. Der Kirchenbau erzählt damit von der langen Geschichte einer kleinen Bergstadt, deren Gebäude sich dem engen Tal anpassen mussten. Die Maria-Magdalenen-Bergkirche steht im Ortskern von Wildemann Auf dem Weg durch den Ortskern lohnt es sich, die Fachwerkfassaden und die Hanglage zusammen wahrzunehmen: Schon wenige Straßenmeter verändern den Blick auf Dächer, Bachlauf und bewaldete Flanken.

Der 19-Lachter-Stollen und die Wasserlösung

Der 19-Lachter-Stollen gehörte zu den wichtigen Wasserlösungsstollen des Oberharzer Silberbergbaus. Mit einem solchen Stollen wurde Wasser aus höher gelegenen Gruben abgeleitet, damit weiter unten Erz gewonnen werden konnte. Die Arbeiten in Wildemann begannen 1551; 1690 erreichte der Stollen nach rund 8,8 Kilometern sein Ziel bei Clausthal-Zellerfeld. Heute ist ein etwa 500 Meter langer Abschnitt als Besucherbergwerk erschlossen. Der Weg führt tief in den Berg und macht die technische Aufgabe des Stollens anhand von Gängen, Wasserführung und Maschinen nachvollziehbar. Eingang zum Besucherbergwerk 19-Lachter-Stollen in Wildemann

Zum Ensemble gehören auch der 261 Meter tiefe Schacht Ernst August und ein großes Kehrrad, das Wasser und Fördertechnik veranschaulicht. Ein Maschinenraum mit einer elektrischen Fördermaschine von 1914 zeigt den Übergang zu späterer Technik. Diese Bauwerke ergänzen die unterirdische Strecke und geben Einblick in die verschiedenen Etappen der Bergwerksgeschichte. Das Thema verbindet Wildemann mit den anderen Revieren der Region: Der Bergbau im Harz erklärt den übergreifenden Zusammenhang, während Clausthal-Zellerfeld die benachbarte Bergstadt mit ihrer eigenen Bergbau- und Hochschulgeschichte erschließt.

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Oberharzer Wasserwirtschaft und Landschaft

Die Gruben benötigten Wasser als Arbeitskraft und zugleich mussten sie entwässert werden. Gräben, Teiche und Wasserläufe bilden deshalb eine technische Landschaft, die heute Teil des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft ist. Rund um Wildemann lassen sich historische Wasserwege mit den Tälern der Innerste und des Spiegeltals in Beziehung setzen. Die Oberharzer Wasserwirtschaft ordnet diese Anlagen ein; Wege im Gelände zeigen, wie technische Bauwerke und natürliche Bäche nebeneinander verlaufen.

Die Umgebung eröffnet verschiedene Bewegungsmöglichkeiten. Wanderwege führen über sanfte Hänge und durch Seitentäler; Rad- und Mountainbikerouten erschließen Wald und Höhen. Im Spiegeltal liegen Bewegungspark und weitere Freizeitziele, während Klein-Tirol mit Harzer Rotem Höhenvieh eine landwirtschaftliche Tradition des Oberharzes repräsentiert. Die Rinderrasse und die Bewirtschaftung der Bergwiesen zeigen, wie Weidewirtschaft die Kulturlandschaft mitgeformt hat. Wer andere Bergstadtorte besuchen möchte, kann Hahnenklee oder Sankt Andreasberg als weitere Stationen im Oberharz einbeziehen.

Im Winter werden die Täler und Höhen zu Wegen durch die verschneite Landschaft; in der Region gibt es Loipen und eine Rodelbahn im Spiegeltal. Wetter und Schneelage bestimmen die jeweilige Nutzung. Langläufer auf einer Loipe im Harz Wintersportorte im Harz gibt den größeren Rahmen, während Wanderwege im Harz bei der Auswahl von Strecken in anderen Jahreszeiten hilft. Wildemann verbindet so das Erlebnis des Bergwerks mit einem Ortsrundgang und Wegen, die die Wasser- und Bergbaulandschaft des Oberharzes erschließen. Der Brocken bildet den landschaftlichen Kontrast zu den schmalen Tälern im Oberharz.